Nachlese zum Forum Spritzgießen 2018

Unter dem Motto "Spritzgießen - was kommt danach?" fand am 13.09.2018 im Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KUZ) die diesjährige Veranstaltung der Tagungsreihe "Forum Spritzgießen" statt. Stand in den letzten Jahren der Spritzgießprozess mit Themen rund um die Prozessoptimierung im Mittelpunkt, so wurden in diesem Jahr Nachfolgeprozesse in den Fokus gerückt. Ausgehend von einem fertigen Spritzling im geöffneten Werkzeug wurden Handling, Qualitätsüberwachung und nachfolgende Prozessschritte zu Oberflächenbehandlung und Funktionsintegration betrachtet.

Im Werkzeugraum

Den Start machte Jan Bucholz von der Sepro Robotque GmbH. Er vermittelte den Stand der Technik zur Automation in der Spritzgießfertigung und gab Denkanstöße für Fertigungslösungen. Gleich im Anschluss nahm Carsten Scharni von der Keyence Deutschland GmbH den Faden auf und beschrieb die Ausbaustufen für in-Line-Qualitätsprüfungen in der Fertigungszelle. Von relativ einfachen Sensoren bis zur Bilderkennung in 2D, 2,5 D und 3D zeigte er die beeindruckende Entwicklung der Systeme und veranschaulichte die messtechnischen Möglichkeiten an praktischen Beispielen.

Oberflächenbehandlung

Übergehend zur Oberflächenbehandlung stellte Tobias Müller von der Creavac Creative Vakuumbeschichtung GmbH in einem Überblicksvortrag zunächst die Möglichkeiten der Oberflächenveredlung im Nachfolgeschritt vor. Ausgehend von Reinigung und Vorbehandlungsmethoden zeigte er sowohl hinsichtlich des Eigenschaftsspektrums als auch im Hinblick auf die technischen Möglichkeiten die Effekte und Potentiale der Oberflächenveredlungsverfahren. Mit einer Lösung zur Direktlackierung direkt im Spritzgießzyklus knüpfte Jens Müller vom KUZ an. Er ging zunächst auf die Entwicklungsschritte der Technologie und die verschiedenen Markennamen bzw. Verfahrensbezeichungen ein und erläuterte im Anschluss die Verfahrenskombination Spritzgießen und Reaktionstechnik im technologischen Ablauf. Beispiele von Prototypen und Serienlösungen veranschaulichten die Möglichkeiten dieser Technologie.

Funktionsintegration

Den derzeitigen Stand der Technik bezüglich der Integration elektronischer Komponenten in spritzgegossene und 3D- gefertigte Substrate zur Herstellung gedruckter mechatronischer Systeme stellte Dr. Martin Hedges von der Neotech AMT GmbH vor. Daran schloss Martin Ebenhög der Treffert GmbH & Co. KG mit der Lasermarkierung von Polymeren an. Die Integration dieser Methode in den Fertigungsprozess ermöglicht die Einbringung individueller Informationen in die Kunststoffteile. Technik, Verfahren und Werkstoffe wurden betrachtet. Methoden der Plasmabehandlung zur Aktivierung und CVD-Beschichtung gestatten die Einbringung von zusätzlichen Funktionalitäten in die Oberfläche. Wolfgang Hering von der Innovent e.V. Technologieentwicklung gab einen Überblick dazu. Desweiteren stellte er die Sol-Gel-Technolgie vor.

Serienschweißen

Zum Abschluss gab Ingo Hoveling vom KUZ einen kurzen Überblick über die verschiedenen Serienschweißverfahren für Kunststoffe mit ihren Vor- und Nachteilen. Er wies darauf hin, dass die Auswahl des Fügeverfahrens schon zu Beginn der Konstruktionsphase von Bauteilen mit in den Blick genommen werden muss.

Workshop

Im Technikum wurden Schweißverfahren, Handlingslösung und Qualitätsüberwachung live vorgeführt. So konnten sich die Teilnehmer einige Aspekte der Vortragsreihe ansehen und hatten die Gelegenheit zur intensiven Kommunikation mit den Fachleuten. Das KUZ bedankt sich bei den Referenten für die interessanten Vorträge und beim Fachpublikum für das rege Interesse.