Seminar: Leichtbaulösung durch thermoplastisches Schaumspritzgießen

Vorführung der rheologischen Charakterisierung geschäumter Schmelzen
Der Vortragsteil der Veranstaltung
Die Referenten v.l.n.r.: Daniela Mileva, Franz Becker, Dr. Friedrich Wolff, Annerose Hüttl, Petra Krajewsky, Dieter Kremer, Daniel Sander

Erstmalig fand am Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KUZ) am 14. Mai 2018 ein Seminar zum Spezialgebiet des thermoplastischen Schaumspritzgießens statt. Ersatz von Metall- durch Kunststoffteile, Gewichtsreduzierung von Bauteilen und ganzen Baugruppen sind häufige Zielstellungen in der industriellen Praxis. Zur Lösung dieser Aufgaben ist in der Regel eine Kombination aus konstruktivem, werkstofflichen und Systemleichtbau zielführend. Um sich dieser komplexen Thematik zu nähern, gaben bekannte Experten aus der Industrie einen praxisnahen Überblick.

Nach der Begrüßung durch Petra Krajewsky (KUZ) fanden Fachvorträge zu material- und verfahrensspezifischen Themen statt.

Schwerpunkte der Referate

Zur Eröffnung gab Annerose Hüttl (Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH) eine Rundumschau über den Markt für sowohl etablierte als auch neue Schäumverfahren.

Im Anschluss stellte Dieter Kremer (Wittmann-Battenfeld GmbH & Co. KG) die CELLMOULD®-Leichtbautechnologie vor. Diese arbeitet mit fluidem Stickstoff, der in die flüssige Schmelze injiziert wird. Das KUZ arbeitet mit der Battenfeld HM-MK 180/525H/350V, einer speziellen Zwei-Komponenten-Spritzgießmaschine, die im Praxisteil des Seminars bei der Arbeit besichtigt werden konnte. Dieter Kremer erläuterte, dass in Kombination CELLMOULD® + VARIOMOULD® + Präzisionsöffnen, sehr leichte Bauteile mit qualitativ hochwertigen Oberflächen hergestellt werden können.

Der Schwerpunkt des Vortrags von Daniela Mileva (Borealis Polyolefine GmbH) lag auf Anwendungen im Bereich automotive. Sie stellte speziell für das Schäumen entwickelte Thermoplasttypen vor und ging auf die Besonderheiten beim Schäumen von thermoplastischen Elastomeren ein. Schließlich erläuterte sie die vielfältigen, im Haus Borealis existierenden Methoden zur Schaumcharakterisierung.

Daniel Sander (A. Schulman Europe GmbH) referierte über speziell für den Leichtbau entwickelte Compounds. Es ist gelungen, das Eigenschaftsniveau trotz niedrigerer Dichte beizubehalten.

Dr. Friedrich Wolff (3M Deutschland GmbH) eröffnete einen Blick für das Leichtbaupotenzial und die Einsatzmöglichkeiten von Mikro-Hohlglaskugeln.

Franz Becker (Simcon kunststofftechnische Software GmbH) referierte über das Plus an Sicherheit bei der Auslegung neuer geschäumter Bauteile durch Nutzen von Spritzgießsimulationssoftware.

Workshop im Technikum

Abgerundet wurde das praxisorientierte Seminar durch einen Workshop zur Umsetzung einer Leichtbaulösung am praktischen Beispiel und die rheologische Charakterisierung geschäumter Schmelzen im KUZ-Technikum.

Informationen zum Seminar

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