Aktuelles

Erste Absolventen: "Zertifizierte Fachkraft für Kunststoffspritzgießen gemäß Qualifizierungsnorm des GKV/TecPart"

Nun ist es geschafft – glücklich und mit Stolz nahmen die Teilnehmer am 12.05.2017 ihre Urkunden entgegen und dürfen nun den Titel „Zertifizierte Fachkraft für Kunststoffspritzgießen gemäß Qualifizierungsnorm des GKV/TecPart“ führen. Diese neue berufliche Weiterbildung fand zum ersten Mal in der Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KUZ) in vier Modulen zu je einer Woche im Zeitraum vom 06.02. bis zum 12.05.2017 statt. Der GKV/TecPart, das SIZK Aalen und das KUZ entwickelten gemeinsam die Weiterbildungsinhalte und definierten mit einer einheitlichen Prüfung die Grundlage für ein deutschlandweit gültiges Zertifikat.

Zielgruppe

Das Weiterbildungsprogramm wurde für Mitarbeiter aus Unternehmen mit Spritzgießfertigung konzipiert, die bis dato keinen kunststoffspezifischen Abschluss vorweisen können. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden die sogenannten Quereinsteiger praxisnah qualifiziert. Voraussetzung sind eine gewerbliche Ausbildung und praktische Erfahrungen im Spritzgussbetrieb, z.B. als Maschinenführer, Maschinenbediener und Produktionshelfer. Ziel ist es, die Teilnehmer mit dem nötigen Rüstzeug für ihren Einsatz an der Spritzgießmaschine auszustatten.

Weiterbildungsinhalte

Inhaltlich spannte sich der Bogen im Präsenzunterricht vom Material Kunststoff über das Spritzgießverfahren, der Maschinen- und Werkzeugtechnik bis zur Peripherie. Einen breiten Raum nahmen dabei die Thematiken systematisches Vorgehen bei der Werkzeugabmusterung, Optimierung des Prozesses und Spritzgießfehler ein. Im Praxisteil, der mit 80 Unterrichtseinheiten die Hälfte der Weiterbildung umfasste, wurden die theoretisch behandelten Themenkomplexe an Spritzgießmaschinen im KUZ-Technikum vertieft und trainiert. So stand das Training an der Maschine in einer Gruppenstärke von 4 Personen im Vordergrund der Weiterbildung. Die Teilnehmer verfügten somit über einen großen Zeitumfang für eigenständiges Arbeiten an der Spritzgussmaschine.

In der unterrichtsfreien Zeit konnten die Teilnehmer das erlernte Wissen in ihrem Unternehmen anwenden, überprüfen und festigen. Dazu wurden thematische Aufgaben gestellt, die sie selbständig bis zur nächsten Präsenzwoche bearbeiten mussten. Die Ergebnisse wurden im nächsten Unterricht präsentiert und mit den anderen Teilnehmern und Referenten diskutiert. Die Erfüllung dieser Hausarbeiten war ein Zulassungskriterium für die Abschlussprüfung. Die Abschlussprüfung bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, deren Ergebnisse zu gleichen Teilen in die Bewertung einflossen.

Feedback der beteiligten Unternehmen

Einhellige Meinung bestand darin, dass diese Weiterbildung hohe Anforderungen an die Teilnehmer gestellt hat. Die Unternehmen vermerkten sehr positiv, die strukturierten Weiterbildungsinhalte, die in die Unterrichtskripte einflossen. Ebenso überzeugte der Unternehmensbezug durch die thematischen Belegaufgaben nach jedem Präsenzmodul.

Ein Mitarbeiter der FKT Formenbau und Kunststofftechnik GmbH, Triptis nahm erfolgreich teil und trägt nun ebenso den Titel „Zertifizierten Fachkraft für das Kunststoffspritzgießen gemäß Qualifizierungsnorm des GKV/TecPart“. Der FKT- Geschäftsführer Udo Staps stand dem KUZ für ein Interview zur Verfügung.

KUZ: Welche Intensionen haben Sie bewogen einen Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen zu dieser Weiterbildung zu entsenden?

Udo Staps: Die Möglichkeit zur Gewinnung von Erfahrung und Wissen in kompakter Form in überschaubarer Zeit hat uns sehr angesprochen. Hinzu  kam das Interesse des Mitarbeiters hinsichtlich betrieblicher Weiterbildung und beruflicher Perspektive, die die Qualifikation sehr sinnvoll erscheinen ließ.

KUZ: Was spricht Sie als Unternehmen an den angebotenen Inhalten und der Durchführung an?

Udo Staps: Für den 4-wöchigen Schulungszeitraum sind die offerierten Inhalte und deren Durchführung umfassend und vielversprechend in der Sache. Eine Voraussetzung für den Erfolg ist sowohl das fachliche Verständnis in Naturwissenschaften/Technik als auch die intensive Vorbereitung des Teilnehmers in den lehrgangsfreien Wochen. Ich sehe es positiv, dass in den Lehrgangswochen die Kommunikation zwischen den Teilnehmern und dem KUZ ein fester Bestandteil war. So konnten die Teilnehmer ihre Eindrücke und Bedarfe direkt weitergeben, die dann vom KUZ vollinhaltlich aufgenommen wurden.

KUZ: Wie schätzen Sie nach der Qualifizierung den Erfolg für Ihr Unternehmen und ihren Mitarbeiter ein?

Udo Staps: Es bestehen beiderseits hohe Erwartungen hinsichtlich schrittweiser Festigung und laufender Umsetzung des erlangten Wissen im operativen Geschäft. Auf Basis der beruflichen Vorkenntnisse sowie der sehr guten Lehrgangsergebnisse erwarte ich eine win-win-Situation. Für die perspektivische Fachkräftegewinnung/ -sicherung bietet eine vereinheitlichte Qualifizierungsnorm ein wesentliches Potential. Zur Unterstützung der beruflichen Weiterbildung könnten den „zertifizierten Fachkräften“ u. U eine Plattform im KUZ zum jährlichen Erfahrungsaustausch mit fachspezifischen Vertiefungen angeboten werden.

KUZ: Wir bedanken uns für das Gespräch.

Wie geht es weiter

Das durchweg positive Feedback der Teilnehmer und der Unternehmen bestärkt das KUZ in seiner Einschätzung zur Notwendigkeit dieser  kompakten und praxisnahen Weiterbildung für die Zielgruppe Quereinsteiger. Mit einer deutschlandweiten Verbreitung der Qualifizierungsnorm in Zusammenarbeit mit weiteren Bildungsträgern kann wesentlich zur Fachkräftesicherung und –gewinnung in der Kunststoffbranche beigetragen werden.

Der nächste Lehrgang im KUZ findet vom 05.02.2018 bis zum 13.04.2018 in Leipzig statt.

Ansprechpartnerin: Bettina Wernicke, 0341 4941515, wernicke(at)kuz-leipzig.de