KuZ-Newsletter

 

 
Aktuelles    
 
  
Akkreditiertes Prüflabor     
Anerkannte DVS-Prüfstelle     

Innovative Verfahrenskombinationen im KuZ in Leipzig

1. MEHRkomponentenvariante SG-PUR

Mit der neu errichteten Technologieplattform für die Verfahrenskombination Spritzgießen und PUR-Reaktionstechnik führt das Kunststoff-Zentrum in Leipzig zwei seiner technologischen Kernkompetenzen zusammen, um neue Potenziale insbesondere für Anwender zu erschließen.


Bei der Verfahrenskombination wird ein zuvor gespritztes, thermoplastisches Trägerbauteil mit einem reaktiven PUR‑Gemisch als zweite Komponente in der Werkzeugkavität (RIM-Verfahren) überflutet. Hierfür ist an einem Spritzgießwerkzeug der Mischkopf einer PUR-Hochdruckanlage angedockt. Im Ergebnis können 3-dimensionale Bauteile mit unterschiedlichen Zonen hergestellt werden, wobei die thermoplastische Komponente momentan die Trägerkomponente darstellt und die PUR-Komponente Teilbereiche (Funktionsbereiche) oder die Oberfläche überdeckt. Die PUR-Komponente kann geschäumt oder kompakt sein. Auch lackartige, harte Überzüge werden realisiert, um eine Lackierung mit Tiefeneffekt zu erreichen. Farbe, UV-Beständigkeit, Feuchtigkeits- und Temperaturwechsel, Kratz- und Abriebbeständigkeit, Softtouch und mechanische Dämpfung sind wichtige Schlagworte.

Erste Anwendungen gibt es bereits im praktischen Einsatz, wobei die Vielfalt der Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Ein zukünftiges Anwendungsspektrum könnte folgende Bereiche betreffen:

  • Elektromobilität für Formteile und Baugruppen mit hochwertigen Oberflächen und mit Funktionsintegration im Fahrzeuginnenraum (z. B. elektrische Funktionen in der Grenzschicht zwischen Thermoplast und PUR);
  • Elektrotechnik / Elektronik für mechanisch gedämpfte Halterungen;
  • Medizintechnik für hochwertige Oberflächen.


2. MEHRkomponentenvariante PUR-PUR

Die am KuZ entwickelte Verfahrenskombination aus Roto Moulding (Rotationsguss) und Reaction Injection Moulding (RIM) erlaubt die effektive Herstellung von qualitativ hochwertigen PUR-Formteilen ohne störende Trennnähte im Sicht- und Funktionsbereich der Oberfläche.

Die Formteile werden im zyklisch-kontinuierlichen Fertigungsprozess in 2 Verfahrensschritten hergestellt. Im ersten Schritt wird ein nahtloser Hüllkörper aus einem kompakten PUR-System durch Roto Moulding erzeugt. Anschließend erfolgt das Ausschäumen des Hüllkörpers mit variablen PUR-Schäumsystemen zu einem Verbundteil. Die kompakte Hülle und der Schaumkern können aus unterschiedlichen PUR-Systemen bestehen. Bestimmend für die Formteilhaptik sind die mechanischen Eigenschaften von Hülle und Kern sowie die Wandstärke der Hülle. Diese Einflussgrößen lassen sich unabhängig voneinander gezielt einstellen, so dass sich trennnahtfreie maßgeschneiderte Teile mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten z. B. für die Bereiche Fahrzeugtechnik, Medizintechnik/ Orthopädie und Designerware herstellen lassen.