Akkreditieres Prüflabor
Anerkannte DVS-Prüfstelle
Automotive Award Center-Plastics
1.-4. März 2011 in Leipzig
Sie finden uns in Halle 5 / B30.
Einführung in die Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen |
Kunststofferkennung für die Praxis |
Vermeidung von Maschinenstörungen durch Kalibrierung - Workshop |
Grundkurs zum Extrudieren |
Kunststoffkunde für Entscheider |
Optimale Rahmenbedingungen für Kälteanlagen und Wasserversorgung |
Aktuelles
Innovative Spritzgießsonderverfahren – Effiziente Lösungen für komplexe Bauteile
Am 05. März 2009 fand im KuZ das in regelmäßigem Turnus wiederkehrende Forum Spritzgießen statt, das branchenintern als Informationsmedium über innovative Trends beim Spritzgießen bekannt ist.
Die gut besuchte Veranstaltung mit Teilnehmern aus Industrie und Hochschule gab einen informativen Überblick über die neuesten Entwicklungen bei den Spritzgießsonderverfahren. Namhafte Referenten aus den Bereichen Maschinenhersteller und Kunststoffverarbeiter und nicht zuletzt aus eigenem Haus überzeugten mit Ihren Beiträgen und luden zu einer intensiven Fachdiskussion.
In Kürze hier die Quintessenz der Vorträge:
Ein Unternehmen der Automobilzulieferindustrie muss dem enormen Preisdruck in dieser Branche begegnen, um am Standort Deutschland bestehen zu können. Herr Helmut Kohake von Müller-Technik GmbH, beschrieb wie dies gelang: durch den Einsatz von Sondertechnologien und die damit verbundenen Rationalisierungseffekte.
Elektrische Spritzgießmaschinen sind heutzutage der Trend, wenn es um Energieeinsparung und Präzision geht. Herr Claus Wilde, Vertriebsingenieur der Fa. Engel Deutschland GmbH, zeigte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auf. Als Beispiele seien genannt: das Exjection-Verfahren für die Herstellung von 2-3 Meter langen Spritzgießteilen oder das Expansionsspritzgießverfahren Engel X-melt für kleine Präzisionsteile.
Das Konzept einer 2K-Spritzgießmaschine speziell für Mikroformteile stellte Herr Dr. Gábor Jüttner vom Kunststoff-Zentrum vor. Die Bauweise mit reinen Kolbeneinheiten ist ähnlich der am KuZ entwickelten 1K-Spritzgießmaschine formica Plast® und realisiert kleinste Teilegewichte von wenigen Milligramm. Das 2K-System erspart die gerade bei Mikroformteilen so arbeitsaufwändigen Montageschritte.
Wie eine Produktidee über Jahrzehnte hinweg immer mehr gereift ist, zeigte Herr Volker Zippmann, BUSS-Werkstofftechnik GmbH & Co KG, anhand der MID-Technologie. MIDs (Molded Interconnect Devices - spritzgegossene Schaltungsträger) sind elektronische Bauteile, bei denen metallische Leiterbahnen auf Kunststoffträger aufgetragen werden. Inzwischen wird bei BUSS mit der 2K-Technik gearbeitet: eine metallisierbare und eine nicht metallisierbare Komponente werden gemeinsam verspritzt.
| Das Verspritzen von Sonder- werkstoffen war ein weiterer Schwerpunkt des Forums. Herr Andre Lück von der Sumitomo Demag Plastics Machinery GmbH, stellte das innovative Dichtungssystem S-FIT vor: eine trenn- und fügefreie Hart-Weich-Kombination realisiert mit 2K-Spritzguss unter Verwendung eines vorvernetzten PUR-Werkstoffes als 2. Komponente. |
Die Entwicklung eines Verbundformteiles aus Thermoplast und Silikon als Antriebskopfgehäuse für Infusionspumpen, stellt Herr Dr. Stefan Roth, B. Braun Melsungen AG vor.
Die ganze Bandbreite der Keramikverarbeitung über Einzelfertigung bis hin zur Großserie wurde von Herrn Roland Schreiber MicroCeram GmbH veranschaulicht.
Ungewöhnlich ist auch, dass sich Schmelzklebstoffe im Spritzgießverfahren verarbeiten lassen. Bislang war dies nur in einem speziellen Niederdruckverfahren möglich. Aber auch mit konventioneller Spritzgießtechnik ist das Umspritzen möglich geworden und wird genutzt, um sensible Bauteile vor äußeren Einflüssen zu schützen, wie Herr Michael Kleinebrahm von Dr. Boy GmbH & Co., zu berichten wusste.
Die großen Vorteile des Monosandwich-Verfahrens wie Materialkosten- reduzierung, Soft-Touch-Effekt, Kombinationsmöglichkeiten innen hart – außen weich oder umgekehrt – zeigte Herr Marc Tesche, Ferromatic Milacron Maschinenbau GmbH.
Die Veranstaltung wurde abgerundet durch den Vortrag von Herrn Helmut Eckardt von Wittmann-Battenfeld GmbH & Co. KG, der Beispiele und Problemlösungen aus seiner beruflichen Praxis lebendig vermitteln konnte. Eine Beispiel sei hier herausgegriffen: die Strukturschaumtechnik. Das Problem der rauen schlierigen Oberfläche bei geschäumten Spritzgießteilen gehört nun der Vergangenheit an.
Ausklang der gelungenen Veranstaltung war ein Rundgang durch die Technika des KUZ. Das Forum Spritzgießen bot allen Teilnehmern eine Vielzahl von Anregungen für Innovationen. Die vorgestellten Sonderverfahren besitzen das Potenzial zur nachhaltigen Standortsicherung der Unternehmen beizutragen.
Falls Sie das Forum Spritzgießen verpasst haben, können Sie die Tagungsunterlagen gerne bei uns bestellen.

