Akkreditieres Prüflabor
Anerkannte DVS-Prüfstelle
Automotive Award Center-Plastics
1.-4. März 2011 in Leipzig
Sie finden uns in Halle 5 / B30.
Einführung in die Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen |
Kunststofferkennung für die Praxis |
Vermeidung von Maschinenstörungen durch Kalibrierung - Workshop |
Grundkurs zum Extrudieren |
Kunststoffkunde für Entscheider |
Optimale Rahmenbedingungen für Kälteanlagen und Wasserversorgung |
Aktuelles
9. Leipziger Kunststoff-Tag
Zufriedene Gesichter bei Teilnehmern, Referenten sowie Veranstaltern des 9. Leipziger Kunststoff-Tages. „Oberflächenveredelung durch Verfahrens- integration“ lautete das Thema am 29. Mai 2008. 75 Besucher aus allen Teilen Deutschlands sowie internationale Gäste hörten bei dieser Fachtagung am Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KuZ) zehn praxisnahe Vorträge namhafter Referenten. Lebhafte Diskussionen und intensive Pausengespräche belegten das große Interesse der Tagungsteilnehmer am Thema des Kunststofftages. Im Anschluss an die Veranstaltung nutzten viele die Möglichkeit, die Technika des KuZ bei einem Rundgang näher kennenzulernen. Organisiert wurde die Fachtagung traditionsgemäß vom KuZ und dem Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen (AMZK).
Die Themen berührten viele Aspekte der Oberflächenveredelung und stellten unterschiedlichste Verfahren und deren Kombination vor. Die Palette reichte von neuen Polyurethantechnologien (auch in Kombination mit Spritzguss) über Folientechniken bis hin zu verschiedenen Beschichtungsverfahren von Kunststoffen.
Verschiedene Einsatzgebiete wurden aufgezeigt, in denen innovative und vor allem effektive Lösungen für die Herstellung von Kunststoffteilen mit hochwertigen Oberflächen bereits Verwendung finden. Aber auch neueste Forschungsprojekte beschäftigen sich mit diesem aktuellen Thema und stellen interessante Einsatzmöglichkeiten in Aussicht. Hauptaugenmerk bei der Verfahrenskombination liegt auf den ökonomischen und ökologischen Vorteilen, die bei der Produktion erzielt werden können. Hohe Transport- und Lagerkosten entfallen, da einzelne Prozessschritte zusammengefasst werden in einer Fertigungszelle.

Vorgestellt wurde von F. Dalhaus (KraussMaffei, München) die SkinForm® - Mehrkomponententechnologie. Mit diesem innovativen Verfahren können geschickt die Vorteile der Spritzgieß- und der Polyurethanverarbeitung verbunden werden. Vor allem für den Automobilbau zeichnen sich die nach dieser Technologie hergestellten Produkte durch hohe Kratzfestigkeit, lederähnliche Haptik und hohe Designfreiheit aus. Weitere überzeugende Faktoren sind Softtoucheffekte sowie gute Akustik- und Dämmeigenschaften.
Ebenso zum Thema Polyurethanverarbeitung referierte J. Müller (KuZ, Leipzig) über eine Verfahrenskombination zur Herstellung von hochwertigen, designorientierten Verbundformteile ohne Trennnähte. Dabei werden im Rotationsverfahren trennnahtfreie Häute hergestellt, die anschließend in einem Schäumprozess, wenn erforderlich auch unter Integration von Einlegern, fertig konfektioniert werden.
A. Berger (Bayer MaterialScience, Leverkusen) zeigte in seinem Vortrag, für welche Bereiche Folien als Träger für neue Funktionalitäten entdeckt wurden. Beispiele dafür sind der Digitaldruck direkt auf die Folie oder Elektrolumineszenzfolien, die über den Film Insert Moulding Prozess hergestellt werden. Künftige neue Folienfunktionalitäten werden in solchen Anwendungen für elektrostatische Lautsprecher, sensorische Folien und flexible Bildschirmfolien gesehen.
Ebenfalls dem Einsatz von Folien widmete sich der Vortrag von V. Schuster (Schuster Group, Waltershausen). Durch Einsatz der IML-Technologie können Funktions- und Dekoroberflächen mit Eigenschaften wie Kratzfestigkeit, Tag- und Nachtdesign, Nachtdesign mit Verschwindeeffekt realisiert werden.
Mit unterschiedlichen Dekorationsverfahren wie Heißprägen, Inmold-Decoration sowie Insert-Molding bei der Prägefolientechnologie beschäftigte sich Dr. T. Hagen (Leonhard Kurz Stiftung, Fürth) und stellte diese den Interessenten vor. Vielfältige Designmöglichkeiten wurden im Vortrag dargestellt.
Oberflächenveredelung mittels Bedampfungstechnik in Kombination mit unterschiedlichen Technologien, wie z.B. Heißprägen, Lackieren, Bedrucken stellte T. Müller (CREAVAG, Dresden) den Teilnehmern dar. Mit dieser Palette an Verfahren kann eine komplexe Veredelung durch ein neu entwickeltes System als stand-alone Lösung oder als vollautomatisches Beschichtungssystem angeboten werden. Der Automatisierungsgrad kann entsprechend den Kundenanforderungen angepasst werden.
Ein vom Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST, Braunschweig)) entwickeltes und patentiertes Verfahren präsentierte Dr. A. Dietz. Kunststoffe werden dabei auf der Basis eines Gasdruck-Strahlverfahrens vorbehandelt bevor diese galvanisch metallisiert werden. Somit kann der umweltbelastende Ätzprozess entfallen.
Einen ganz neuen Ansatz bei der Vorbehandlung von Kunststoffoberflächen stellten Dr. R. Brunotte (Bosch, Reutlingen) und T. Härtig (TU Chemnitz) vor. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Polymerforschung (IPF) in Dresden wurde ein neues Verfahren entwickelt, bei dem die Oberflächenmodifizierung bereits während des Spritzgießprozesses (in-situ) möglich wird.
Der modulare Aufbau der Produktionsanlagen und die Reduzierung der Arbeitsschritte auf ein Minimum konnten auch bei der von A. Janssen (Heinze Solutions, Bad Oeynhausen) vorgestellten Lösung für die Herstellung von kratzfesten Kunststoffbauteilen mittels Inline-Beschichtung überzeugen. Vorteile sind unter anderem Verringerung des Materialverbrauchs (weniger Ausschuss), direktes Qualitätsfeedback, schnellere Qualifizierung von neuen Produkten, flexible Kombination mit zusätzlichen Prozessen sowie Umweltfreundlichkeit.
Im Beitrag von R. Hofer (ENGEL AUSTRIA, St. Valentin) wurde die Dolphin® - Technologie vorgestellt. Diese moderne Spritzgießlösung für Softtouchoberflächen im automobilen Innenraum zeichnet sich durch ein spezielles 2K-Verfahren aus, über welches hochwertige Voll-Thermoplast-Systeme bestehend aus einem Trägerwerkstoff und einer weichen Deckschicht aus einem TPE-Schaum herstellt werden. Auch hier stehen wie bei allen vorgestellten Verfahrenskombinationen Kosteneffizienz und Umweltfreundlichkeit im Vordergrund.
Alles in allem: Eine gelungene Veranstaltung, die Maßstab für künftige Veranstaltungen ist.
Falls Sie den Leipziger Kunststoff-Tag verpasst haben, können Sie die Tagungsunterlagen gerne bei uns bestellen.

Referenten und Veranstalter (von links nach rechts): Dr. H. Patzschke (vorn), F. Dalhaus, Dr. R. Brunotte, R. Hofer, V. Schuster, T. Müller, Dr. P. Bloß, Dr. A. Dietz, J. Müller, T. Härtig, A. Berger, Dr. T. Hagen
